Mittwoch, 19. Dezember 2018

Augsburger Startup Planstack will die Baubranche digitalisieren

Stapel von Planungsunterlagen durch ein Software austauschen – das haben Linda Mayr, Jonas Junge, Sascha Schütz und Alexander Koslowski vor. Zwei der Gewinner des „Augsburg gründet!“ Startup-Slams 2018 erzählen im persönlichen Gespräch von ihren Plänen.

Sascha Schütz, Linda Mayr (planstack) und Stefan Schimpfle (DZ.S) Foto: munichphotoart.com/DZ.S

Sascha Schütz, Linda Mayr (planstack) und Stefan Schimpfle (DZ.S) Foto: munichphotoart.com/DZ.S

Es war ihr erster Pitch vor großem Publikum, verraten Linda Mayr und Jonas Junge. Sie sei aufgeregt gewesen, gibt Mayr zu. „Bei anderen Pitches, die ich gemacht habe, war ich lockerer. Aber wir haben uns sehr gut vorbereitet.“ Das hat sich am Ende ausgezahlt. Die „Baulöwin und ihre drei Programmierer“ setzten sich gegen ihre Mitbewerber durch und nahmen die Trophäe mit nach Hause.

Startschuss für die Entwicklung

Planstack steckt noch in der Gründungsphase. Im September erhielten die vier einen positiven Bescheid für das EXIST-Gründerstipendium. „Intern geht’s jetzt richtig los“, erklärt Jonas Junge. „Wir fangen jetzt an, das MVP (Minimum Viable Product) richtig zu entwickeln. Davor hatten wir einen Prototyp und eine Konzeption. Das überarbeiten wir nun vollkommen. Wir schauen: Was brauchen wir wirklich, was lassen wir raus“, ergänzt Linda Mayr. Das soll Hand in Hand mit den Pilotkunden geschehen, um nicht an deren Bedürfnissen vorbei zu entwickeln.

„Den gesamten Bauablauf digital simulieren“

Die Gründer richten sich mit Planstack an Bauunternehmen. Es ist eine B2B Software. Aber auch Eigentümer und Nachunternehmer nützen sie. „Das Ganze ist eine Webapplikation, also eine Webanwendung, auf unserer Webseite“, so Jonas Junge. Er beschäftigt sich mit der technischen Umsetzung auch in seiner Masterarbeit. „BIM ist da so ein Schlagwort. Das will auch jeder umsetzen. Nur leider scheitert es momentan daran, dass die Prozesse sich so langsam umstellen“, erklärt er weiter. „Bei BIM geht es darum, alle relevanten Informationen eines Gebäudes digital abzubilden und bearbeiten zu können. Grundlage ist ein 3D-Modell. Jedes Bauteil weiß, was es ist. Daran können weitere Informationen gehängt werden, wie Materialkosten, Wartungsintervalle, teilweise Anleitungen zum Einbau.“ Linda Mayr fasst es nochmal zusammen: „Man kann den gesamten Bauablauf digital simulieren und sieht gleich: wo sind Schwachstellen? Das wird in mehreren Ländern bereits eingesetzt und langsam kommt es in Deutschland an.“

„Noch läuft alles auf der Baustelle analog ab“

Doch bisher geht es digital nur sehr langsam auf den Baustellen voran. Bei einem Praktikum in der Bauleitung wurde Linda Mayr erstmals darauf aufmerksam. „Noch läuft alles auf der Baustelle analog ab“, erklärt sie. Doch: „Man merkt, jüngere Bauleiter rücken nach, die wollen ihr Handy und ein Tablet benutzen. Der Trend kommt langsam an.“ Darum sei das Potenzial in der Branche sehr groß. „Aber die Komplexität steigt. Die ganzen Vorschriften die rein müssen – das kann man nicht mehr einfach mit 2D-Plänen, Exceltabellen oder handschriftlich bewältigen“, ist sich Linda Mayr sicher. Darum griff sie das Thema in ihrer Bachelorarbeit auf und Sascha Schütz erarbeitet ein Jahr später ein Software-Konzept.

Release 2019

Unterstützung erhalten sie unter anderem vom Digitalen Zentrum Schwaben (DZ.S). Im aiti-Park hat Planstack auch seine Büroräume. Dort seien viele Startups von EXIST. Man könne sich über Probleme und Lösungen austauschen, Kontakte vermitteln und so auch Fragen zu Themen wie Steuer und Recht klären.

Im Winter 2019 plant das Team das Release der Planstack-Software.

Den vollständigen Bericht und das Interview lesen Sie hier.

 

Quelle: B4B Wirschaftsleben Schwaben